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Therapierefraktäre Epilepsie: Neue Ansätze zur Behandlung

Frauenkopf in lila, Baum
Eine erhöhte Anfallsfreiheit führt zu besserer Lebensqualität.
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Trotz erheblicher Fortschritte in der Epilepsiebehandlung bleibt die vollständige Kontrolle der Anfälle eine Herausforderung, weiß Univ.-Prof.in Dr.in Ekaterina Pataraia, MBA, Leiterin der Epilepsieambulanz an der MedUni Wien, zu berichten.*
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Die Expertin betonte, dass die medikamentöse Behandlung mit anfallssuppressiven Medikamenten (ASM) weiterhin den Goldstandard in der Epilepsietherapie darstellt. Studien zeigen,1 dass bei etwa einem Drittel der Patient:innen mit Epilepsie unter Pharmakotherapie keine vollständige Anfallsfreiheit erreicht werden kann. Während 47 % der Betroffenen mit dem ersten ASM anfallsfrei werden, gelingt dies weiteren 15 % mit einem zweiten Medikament.

Danach sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Anfallsfreiheit deutlich. Insgesamt sind jedoch 64 % der Betroffenen durch eine medikamentöse Therapie gut eingestellt. Rund ein Drittel der Patient:innen entwickeln eine therapieresistente Epilepsie. Eine Pharmakoresistenz besteht entsprechend der Internationalen Liga gegen Epilepsie, wenn nach zwei adäquat ausgewählten und eingesetzten ASM in sequenzieller Mono- oder Kombinationstherapie und entsprechender Dosierung keine anhaltende Anfallsfreiheit für mindestens zwölf Monate erreicht werden kann.

Prof.in Pataraia erläuterte die "Rule of Three", mit der sich der Behandlungserfolg besser messen lässt: Diese operative Definition von Anfallsfreiheit besagt, dass eine Patient:in nach einer Intervention als anfallsfrei gilt, wenn eine anfallsfreie Zeitspanne vorliegt, die dem Dreifachen des längsten anfallsfreien Intervalls vor der Intervention entspricht. Sie dient dazu, den Erfolg einer Behandlung objektiv zu bewerten und Therapieentscheidungen fundierter zu treffen.